Das Konzept


Besser als Nissan es letztens in der BNN gemacht hat, hätten wir unsere Idee nicht zusammenfassen können:
„In meiner Heimat durfte ich als Frau nicht Fahrrad  fahren. Das ist ein Stück Freiheit für mich.“ (Nissan, 43, aus dem Irak)

So versuchen wir den Flüchtlingen in Karlsruhe ein Stück Freiheit zu geben und sie mit einem Fahrrad auszustatten. Das Fahrrad erlaubt den Flüchtlingen am Stadtleben teilzunehmen und erleichtert ihnen einfach den Alltag - besonders in den häufig abseits gelegenen Außenstellen der zentralen Landesaufnahmestelle (LEA).

Außerdem bietet der Dienstagstreff und vor allem das dortige gemeinsame Reparieren der Räder die Möglichkeit sich kennen zu lernen. Auch wenn die Sprachhürden häufig sehr hoch sind, so gelingt es doch meistens gemeinsam ein Fahrrad zu reparieren und das Erfolgserlebnis ist ein schönes Gefühl das verbindet. Mittlerweile ist die Radwerkstatt am Dienstagabend zu einem Treffpunkt von Karlsruhern und Flüchtlingen geworden bei dem sich dutzende Menschen tummeln.

Das Konzept in Kürze: 
  • Dienstags (18-20 Uhr) parallel zur Teestube beim Freundeskreis Asyl werden Räder ausgegeben, zurückgenommen und repariert.
  • Die Ausgabe erfolgt an Flüchtlinge, die sich online unter www.bikeswithoutborders.de registriert haben und per E-mail oder SMS für den Reparatur-Termin eingeladen wurden. Bei der Anmeldung kann der Fahrradwunsch (Kinder-/ Damen-/ Herren-Fahrrad) spezifiziert werden.
  • Jedes Rad wird mit einem Zahlenschloss versehen, dessen Kombination wir kennen.
  • Je Rad wird ein symbolischer Preis von (bis zu) 10 Euro genommen. Die 10 Euro dienen als leichte Hürde, die ermöglichen sollen, dass die Flüchtlinge ein Rad bekommen, die es wirklich gebrauchen.
  • Wir kaufen die Räder jederzeit zum Verkaufspreis zurück. So kann der Flüchtling das Rad quasi kostenlos leihen.
  • Vor der Radausgabe wird geprüft, ob das Rad verkehrssicher ist.
  • Bei der Radausgabe wird ein kleiner Vertrag unterzeichnet und Informationen zum Ausleihenden in einer Datenbank festgehalten. Dieser bekommt einen Info-Flyer, mit dem er auch ausweisen kann, dass er das Fahrrad von uns hat.
  • Kaputte Räder können immer dienstagabends in unserer Werkstatt zusammen repariert werden 
  • Sonntags ab 14 Uhr wenden wir uns in Ruhe den "schweren Fällen" zu und versuchen den Dienstag möglichst gut vorzubereiten.

Für alle, die den Flüchtlinge zumindest die wichtigsten Verkehrsregeln mit auf den Weg geben wollen, haben der ADFC München und das Bistum Trier so einiges zusammen gestellt.